Kampanien gehört zu den Regionen Italiens, in die sich Kinder am leichtesten verlieben: Pizza, das Meer, ein echter Vulkan zum Besteigen, römische Städte, die sich wie ein Entdeckerspiel anfühlen. Es ist aber auch eine Region, die drei Dinge auf die Probe stellt, die mit Kindern mehr zählen als alles andere: die Stunden im Auto, die Hitze und die Treppen. Fast alles, was folgt, dreht sich darum, diese drei zu meistern.
Im Auto: Kindersitze und Kurven
In Privatautos müssen Kinder unter 1,50 Metern in Italien in einem ihrer Größe entsprechenden Rückhaltesystem fahren. Für Taxis und Mietwagen mit Fahrer (NCC) gilt eine andere Regel: Artikel 172 der italienischen Straßenverkehrsordnung erlaubt den Verzicht darauf, sofern das Kind nicht vorne sitzt und von einem mindestens sechzehnjährigen Mitreisenden begleitet wird.
Erlaubt heißt allerdings nicht empfehlenswert. Die Straße nach Sorrent und die SS163 bestehen aus Serpentinen und Bremsmanövern, und ein dreijähriges Kind ohne Sitz fühlt sich dort unwohl, bevor es überhaupt gefährlich wird. Unser Rat: den Kindersitz bei der Buchung anfordern und Alter und Gewicht angeben, damit er bereits montiert ist.
Dazu kommt die Reiseübelkeit, die an der Amalfiküste eher die Regel als die Ausnahme ist. Vom Flughafen Neapel nach Positano sind es eineinhalb Stunden, und die letzte halbe Stunde besteht nur aus Kurven. Vier Dinge helfen: die Kinder nach vorne schauen lassen, kein Tablet unterwegs, eine leichte Mahlzeit vor der Abfahrt und eine Pause an einem Aussichtspunkt auf halber Strecke – das tut auch den Erwachsenen gut.
Kinderwagen oder Babytrage?
Das hängt vom Ziel ab, und die Antwort ändert sich von Ort zu Ort.
- Neapel: Uferpromenade und Via Toledo gehen gut mit dem Kinderwagen, die Altstadt viel weniger – Pflastersteine, volle Gassen und Motorroller.
- Positano: Der Ort besteht aus Treppen. Hier ist eine Trage oder Kraxe keine Option, sondern die einzige Lösung.
- Amalfi und Sorrent: Die Zentren sind eben oder fast, der Kinderwagen funktioniert.
- Pompeji: Römisches Pflaster, hohe Bordsteine und wenige Rampen machen den Kinderwagen mühsam. Der Park hat jedoch eine barrierefreie Route, die auch für alle mit Kinderwagen die bequemste ist.
- Züge und Circumvesuviana: Bahnhöfe mit Treppen und oft volle Waggons. Mit Kinderwagen und Gepäck das unbequemste Verkehrsmittel von allen.
Ausflüge, die funktionieren
Herkulaneum vor Pompeji. Für Kinder unter acht bis zehn Jahren ist Herkulaneum fast immer die bessere Wahl: Man sieht es in eineinhalb Stunden, die Häuser haben noch Obergeschosse und Holztüren und erschließen sich auf den ersten Blick, und man läuft nicht stundenlang in der Sonne. Den vollständigen Vergleich finden Sie in unserem Artikel Pompeji oder Herkulaneum.
Der Vesuv. Vom Parkplatz bis zum Kraterrand sind es rund 860 Meter bergauf, eine halbe Stunde zu Fuß: Ab sechs, sieben Jahren kommen fast alle Kinder begeistert oben an, denn in einen Vulkan zu schauen ist genau so, wie es klingt. Nötig sind geschlossene Schuhe und ein Pullover, denn oben weht auch im Sommer Wind. Tickets gibt es nur online mit Zeitfenster, und bei Regen oder starkem Wind ist der Krater geschlossen.

Neapel für Kinder. Das Castel dell’Ovo mit seinen Mauern und Terrassen über dem Meer und ein Spaziergang an der Uferpromenade mit einem Eis; Führungen durch den Untergrund, durch Zisternen und Tunnel, an die sich Kinder länger erinnern als an jede Kirche (einige Durchgänge sind eng, nichts für Menschen mit Platzangst); und die Città della Scienza in Bagnoli, mit dem interaktiven Museum über den menschlichen Körper und dem Planetarium.
Das Meer. An der Amalfiküste ist Maiori der Familienstrand, der längste der Küste und aus Sand, zusammen mit dem benachbarten Minori. Positano hat Kiesel und Treppen, Sorrent vor allem Plattformen und Stege. Wer echten Sand und lange flaches Wasser sucht, findet beides weiter südlich, Richtung Paestum und Cilento.
Was besser ein paar Jahre warten sollte
- Ganz Pompeji im Juli, von 11 bis 15 Uhr, mit einem vierjährigen Kind: Keiner von beiden wird sich gern daran erinnern. Wenn es Pompeji sein soll, dann früh am Morgen, eine zweistündige Route und danach weiter.
- Der Götterpfad mit kleinen Kindern: fast acht Kilometer, ausgesetzte Abschnitte und ein langer Abstieg über Stufen nach Positano. Ab zehn, zwölf Jahren und mit guter Kondition wird er dagegen zu einem der schönsten Tage des Urlaubs.
- Drei Orte an einem Tag: Pompeji, Sorrent und Positano passen auf dem Papier in einen Tag, in der Praxis sind das fast vier Stunden Autofahrt verteilt auf drei Stopps. Mit Kindern ein Ziel pro Tag, höchstens zwei.
- Die Blaue Grotte mit Kleinkindern: Warten im Boot in der Sonne, dann die Einfahrt flach liegend im Boden eines kleinen Ruderboots für wenige Minuten Besichtigung. Oft ist es die Warteschlange nicht wert.
Der Rhythmus des Tages
Der Sommer in Kampanien verlangt einen Tagesablauf, den die Neapolitaner seit jeher kennen: Besichtigungen und Fahrten am Vormittag, die heißesten Stunden im Hotel, am Pool oder im Schatten am Strand, und ab dem späten Nachmittag wieder hinaus. Die Restaurants öffnen zum Abendessen gegen 19:30 Uhr, später, als viele Kinder es gewohnt sind: Pizzerien, die früher öffnen und schnell servieren, sind die besten Verbündeten von Familien. Kinderstühle gibt es fast überall, und ein Kind am Tisch ist nie ein Problem.
Häufig gestellte Fragen
Ist in Italien im Taxi oder Mietwagen mit Fahrer ein Kindersitz Pflicht?
Nein: Artikel 172 der italienischen Straßenverkehrsordnung erlaubt Kindern unter 1,50 Metern, in Taxis und Mietwagen mit Fahrer (NCC) ohne Kindersitz zu fahren, sofern sie nicht vorne sitzen und von einem mindestens 16-jährigen Mitreisenden begleitet werden. Aus Sicherheitsgründen, gerade auf den kurvigen Straßen der Amalfiküste, sollte man ihn trotzdem bei der Buchung anfordern.
Ist Pompeji für Kinder geeignet?
Ja, mit einer verkürzten Route von etwa zwei Stunden, früh am Morgen und im Sommer nie zur Mittagszeit. Mit kleineren Kindern ist Herkulaneum leichter zu bewältigen, da man es in eineinhalb Stunden sieht. An beiden Stätten haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt.
Welcher Strand an der Amalfiküste ist für Kinder am besten?
Maiori, mit dem längsten Sandstrand der Küste, und das benachbarte Minori. Positano hat Kiesel und viele Treppen; in Sorrent badet man vor allem von Plattformen und Stegen aus, was mit kleinen Kindern weniger praktisch ist.
Kann man mit Kindern auf den Vesuv?
Ja: Vom Parkplatz zum Krater sind es rund 860 Meter bergauf, eine halbe Stunde zu Fuß, und ab sechs, sieben Jahren machen es die meisten Kinder gern. Nötig sind geschlossene Schuhe und ein Pullover gegen den Wind oben; Tickets gibt es nur online mit Zeitfenster, und bei Regen oder starkem Wind bleibt der Krater geschlossen.
Wie vermeidet man Reiseübelkeit an der Amalfiküste?
Die Kinder so setzen, dass sie nach vorne schauen, keine Bildschirme während der Fahrt, vor der Abfahrt eine leichte Mahlzeit und eine Pause auf halber Strecke. Der anspruchsvollste Abschnitt ist der letzte Teil auf der Küstenstraße SS163.
Mit Kindern sieht man nicht ganz Kampanien, und das muss man auch nicht: ein Vormittag in Herkulaneum, ein Nachmittag am Strand von Maiori und ein Abend mit Pizza in Neapel sind mehr wert als ein perfekter Reiseplan, der nur halb gelingt. Der Rest kann warten, bis sie größer sind.
Kindersitze montiert, Pausen, wenn nötig
Geben Sie bei der Buchung das Alter der Kinder und die benötigten Sitze an: Sie sind bereits im Auto, und auf den Kurven der Amalfiküste hält der Fahrer, wo ein Halt nötig ist.
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